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Landleben

3 min

Veröffentlicht März 2026

Ziegenkäse aus der Vulkaneifel

Qualität aus eigener Hand

Wir haben Landwirtin Manuela Holtmann vom Vulkanhof in Gillenfeld in der Vulkaneifel beuscht. Einmal im Jahr am ersten Sonntag im September öffnet Manuela die Türen zum Hof für alle CrowdFarmer, die bei ihre eine Ziege adoptiert haben.

Zweimal täglich werden die Ziegen gemolken, um die Rohmilch direkt vor Ort zu Käse zu verarbeiten. Da die Milch hierbei nicht pasteurisiert wird, unterliegt die Produktion strengsten Kontrollen – schließlich bleibt die natürliche bakterielle Aktivität in der Rohmilch erhalten. In den 1990er Jahren entschied die Landwirtin, eine eigene Käserei im Betrieb aufzubauen, damit sie jeden Schritt in der Käseherstellung selbst steuern kann -nur so kann sie die besonders hohe Qualität garantieren.

Die Natur der Ziege verstehen

Manuela betont, dass sie entgegen der üblichen Viehhaltung, die sich in den 90er Jahren vor allem auf Kuhhaltung ausrichtete, für Ziegenhaltung entschied. „Ziegen waren die Kühe der armen Bauern“, erzählt sie uns. Der besonders spannende Aspekt hier ist, dass Ziege anders als Schafe, ursprünglich in bergigen Regionen heimisch waren und nicht für das klassische Grasen auf saftigen, grünen Wiesen gemacht. Ihr empfindliches Verdauungssystem ist nicht auf große Mengen frisches Grünfutter ausgelegt.

Um ihrer Biologie gerecht zu werden, hat Manuela ein spezielles Konzept entwickelt: Die Tiere leben in einem großzügigen, luftigen Stall mit einem direkt angrenzenden, weiten Auslauf. So genießen die Ziegen viel Bewegung und frische Luft, während ihre Ernährung genau kontrolliert und auf ihre Bedürfnisse abgestimmt bleibt.

Unser Besuch fiel genau in die Paarungszeit im Spätsommer. Hier setzt Manuela ganz auf den natürlichen Sprung: Der Bock wirbt um die Ziege, wobei das Weibchen letztendlich selbst über die Paarung entscheidet. Das ist ein schönes Beispiel für den respektvollen Umgang mit den Tieren auf dem Hof.

Ein kulinarisches Erlebnis

Die Lage des Hofes in einem ruhenden Vulkangebiet ist dabei ein echter Standortvorteil. Die mineralreichen Böden der Eifel bieten die ideale Basis für ein besonders nährstoffreiches Futter. Dass der Betrieb stetig weiterdenkt, zeigt auch der neue Gewölbekeller: Noch im Bau, wird er bald das perfekte Klima bieten, in dem die Käselaibe bis zur Vollendung reifen können.

Kein Besuch auf dem Vulkanhof wäre vollständig ohne eine Verkostung. Im hofeigenen Laden probierten wir uns durch Manuelas Sortiment – jeder Bissen ein Beweis für die Sorgfalt und die Hingabe, mit der sie ihre Landwirtschaft führt.

Möchtest du den Hof selbst einmal erleben? Manuela bietet über unsere Plattform WeFarmYou regelmäßig Besuche an. Es ist eine wunderbare Gelegenheit, Landwirtschaft hautnah zu erfahren und eine direkte Verbindung zu den Erzeugern unserer Lebensmittel aufzubauen.

Geschrieben von Magdalena Werner

Magdalena Werner

I'm Magdalena, a Farmer Ambassador. I've been working at CrowdFarming for eight years, and after seven years in customer service, I'm now part of the sustainability and awareness team, sharing the farmers' stories and taking you on a journey through their daily lives in the fields.

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Landleben

3 min

Der „verrückte Deutsche“ 40 Jahre später

Wenn man Friedrich heute über seine Finca in der Nähe von Gibraleón begleitet, hört man vor allem eines: ein lautstarkes Konzert aus Vogelgezwitscher. Doch hinter dieser Idylle steckt eine vor langer zeit getroffene radikale Entscheidung gegen die Konvention. Heute ist er seit 1994 Demeter-zertifiziert und beweist, dass seine „Verrücktheit“ die einzige logische Antwort auf die Krise unserer Böden ist.Vor 40 Jahren verliebte sich Friedrich bei einem Besuch in Spanien in die Finca Jelanisol-Montebello. Zu dieser Zeit arbeitete er selbst als Zwischhändler für konventionell hergestelltes Obst und Gemüse. Zwei Dinge sind damals passiert, die ihn haben reflektieren lassen: Eine Freundin schenkte ihm von Bill Mollison ein Buch über Permakultur, das ihn inspirierte. Er war zu Besuch auf dem Feld in Italien und suchte im Boden verzweifelt nach Regenwürmern. Als der Landwirt ihm bestätigte, dass es keine gäbe, „weil man so etwas nicht bräuchte“, began Friedrich zu reflektieren. Eine holistische Vision: Alles ist verbundenFür Friedrich ist die Landwirtschaft kein isolierter Prozess, sondern ein Teil eines großen Ganzen. Er pflegt eine sehr holistische und philosophische Sicht auf die Welt, in der alles – vom Bodenmikrobiom bis zum Konsumenten – miteinander verbunden ist. Seine Finca ist für ihn kein reiner Produktionsort, sondern ein lebendiger Organismus, in dem Mensch und Natur in Harmonie koexistieren. Für ihn kann eine friedliche Gesellschaft kann nur entstehen, wenn wir im Einklang mit der Natur produzieren. Wenn wir es richtig machen, ist genug für alle da – wir dürfen nur nicht die Grundlagen zerstören.Einer der stärksten Antriebe für Friedrichs Arbeit ist eine tiefe Besorgnis über den Zustand unserer modernen Ernährung. Er erzählt, dass viele Lebensmittel, die wir heute konsumieren, „leer“ sind. Damit meint er Produkte aus konventioneller Landwirtschaft, die aufgrund von Pesitziden und langer Lagerung, keinerlei nennenswerten Nährwert mehr besitzen. Er folgt dem Prinzip „Gesunder Boden = Gesunder Mensch“. Nur ein lebendiger, regenerierter Boden kann Früchte hervorbringen, die den Körper wirklich nähren.Eine der ersten Dinge, die Friedrich tat, war einen großen Teich anzulegen – nicht zur Bewässerung der Finca, sondern einzig und allein für die Vögel, Frösche, Enten und Fische. Bei stärkeren Regenfällen, fließt so das Wasser ab. Den organischen Dünger stellen sie über Mikroorganismen selber her und versorgen die Bäume über Tröpfchenbewässerung kontinuierlich mit Mineralien. 

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Die Wissenschaft hinter der Süße

Wir haben Antonio von Sicilian Passion in Sizilien besucht. In einer Region, die traditionell für ihre Zitrusfrüchte bekannt ist, hat sich Antonio vor mehreren Jahren für einen anderen Weg entschieden: Er baut Maracujas (und sogar Papayas!) an.Ein wesentlicher Teil unserer Zusammenarbeit besteht in der präzisen Bestimmung des Erntezeitpunkts. Unsere Teams führen direkt im Feld Messungen des Zuckergehalts durch. Mithilfe eines Refraktometers wird der Brix-Wert ermittelt, um sicherzustellen, dass die Früchte die erforderliche physiologische Reife und das volle aromatische Profil erreicht haben. Erst bei Erreichen dieser Grenzwerte wird die Ernte begonnnen. In dem Video unten seht ihr, wie unser Kollege Angelo, diese Messungen vornimmt. Es macht großen Spaß, denn man schaut buchstäblich in die Zukunft.Reifemerkmale und EtymologieEin wichtiges Qualitätsmerkmal der Maracuja ist die Beschaffenheit der Schale. Anders als bei vielen Obstsorten gilt hier: Je ausgeprägter die Faltenbildung der Frucht, desto höher ist der Zuckergehalt. Durch die leichte Verdunstung während des Reifeprozesses konzentriert sich der Fruchtzucker im Inneren, während die Säure dezent abnimmt. Es gibt zwei Ernten pro Jahr – eine in den Wintermonate und eine in den Sommermonaten. Vor allem im Sommer, sind die Früchte „runzliger“, da die Flüssigkeit durch die Wärme schneller verdunstet.Wusstet ihr, dass der Name „Passionsfrucht“ sich von der christlichen Ikonografie ableitet. Spanische Missionare im 16. Jahrhundert interpretierten die komplexe Blütenstruktur als Symbole der Leidensgeschichte (Passion) Christi. Die Filamente der Blüte wurden mit der Dornenkrone assoziiert, die drei Narben mit den Nägeln des Kreuzes und die fünf Staubblätter mit den Wundmalen. In der Galerie findet ihr ein Bild, auf dem das sehr gut zu sehen ist.

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Blutrot und extrem lecker

Warum nicht jede Blutorange blutrot istWir waren in Sizilien und haben Danilo von AranceBio auf einem Feld getroffen, wo die Blutorangenernte ihren Höhepunkt erreicht. Man sieht die Orangen nicht nur reif an den Bäumen hängen, sondern man kann sie auch riechen. Der Himmel ist blau, die Bäume und die Wiese grün und die Orange hängen wie kleine Laternen in den Bäumen. Es ist sonnig, aber sehr frisch – auch in Sizilien ist Winter.Genau der richtige Zeitpunkt, damit die Blutorangen reifen. Nur durch das Zusammenspiel von warmen Tagen und kalten Nächten kann Anthocyan gebildet werden, der Farbstoff, der das Fruchtfleisch rot färbt. Sind die Nächte also zu warm, kann sich das Pigment nicht bilden und deine Blutorange ist vielleicht eher orange, als blutrot – aber natürlich genauso lecker.Danilo baut zwei unterschiedliche Sorten an; Moro: die etwas säuerlicher und ein tiefrotes Fleisch hat (wenn es kalt genug ist!) und Tarocco, die etwas süßer und ganz mild ist. Es ist ein bisschen wie Kindheit – wenn man ein Überraschungs-Ei öffnet. Man kann von außen nicht wissen, ob die Frucht rot oder eher orange ist.Angesichts zunehmender Trockenperioden setzt Danilo auf eine permanente Bodenbedeckung. Dieser natürliche Teppich schützt den Boden und dient als Wasserspeicher, der in Trockenzeiten wertvolles Wasser speichert – so bleibt die Natur widerstandsfähig.Wir haben natürlich auch gefragt, was wir essen sollen, wenn wir auf Sizilien sind und Danilo hat uns zwei Gerichte empfohlen: die traditionelle Pasta con le Sarde (wie soll es auch anders sein?!) und die frittierten Reiskugeln, Arancini genannt.

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