
Veröffentlicht März 2026
Dein Leitfaden zum Kompostieren
Abfall ist eine Erfindung des Menschen. Alle anderen Organismen auf der Erde funktionieren in Kreisläufen. Nichts wird weggeworfen, alles wird wieder aufgenommen. Irgendwann haben wir uns aus diesem Kreislauf zurückgezogen, und unsere Böden zahlen nun den Preis dafür.
Kompostierung ist der Weg zurück. Du wandelst damit organische Abfälle – Gemüseschalen, Kaffeesatz, Pappe, Grasschnitt – in einen nährstoffreichen Bodenverbesserer um, der die Bodenstruktur verbessert, das mikrobielle Leben fördert, Wasser speichert und den Bedarf an chemischen Hilfsstoffen verringert. Es ist eine der einfachsten Maßnahmen, die du in deinem Haushalt ergreifen kannst, um den Kreislauf zwischen Nahrung und Boden zu schließen.
Die Vorteile, kurz zusammengefasst:
Weltweit geht etwa ein Drittel aller für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel verloren oder wird verschwendet. Ein erheblicher Teil davon landet auf Deponien, wo er anaerob verrottet und Methan freisetzt. Dein Kompostbehälter ist ein kleiner, aber durchaus nicht zu vernachlässigender Beitrag in dieser Kette.
So fängst du an
Schritt 1: Wähle deine Methode
Nicht jeder hat einen Garten, und man braucht auch keinen. Es gibt drei Möglichkeiten:
- In Innenräumen – Wurmkompostierung (Wurmkompostbehälter): Ein Wurmkompostbehälter steht unter der Küchentheke, verarbeitet Speisereste schnell und produziert Wurmhumus, der zu den nährstoffreichsten Bodenverbesserungsmitteln überhaupt zählt. Bei richtiger Pflege ist er geruchsneutral und kompakt genug für eine Wohnung.
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Insider-Tipp: Bewahre deine Lebensmittelabfälle im Gefrierschrank auf, statt in einem Behälter auf der Arbeitsplatte. Gefrorene Abfälle zersetzen sich nicht – kein Geruch, keine Fruchtfliegen, kein Schmutz, wenn du den Behälter in den Kompostbehälter leerst.
- Gemeinde – grüne Tonne oder kommunales Programm: Die meisten Kommunalverwaltungen in Großbritannien und Europa bieten eine Sammlung von Lebensmittelabfällen an. In deine grüne Tonne dürfen in der Regel alle Lebensmittelreste außer Fleisch, Milchprodukten und Knochen.
- Wichtiger Hinweis: Wirf niemals giftige oder nicht kompostierbare Abfälle in die Sammeltonne – diese gelangen in unseren Boden und letztendlich in unsere Nahrung.
- Gibt es in deiner Straße keine grüne Tonne? Wende dich an deine Gemeindeverwaltung und frage nach einer. Du kannst auch nach einem Gemeinschaftsgarten oder einem städtischen Anbauprojekt suchen, das Lebensmittelabfälle annimmt.
- Garten – Komposthaufen oder -behälter im Freien: Die klassische Methode und die mit dem größten Ertrag. Lies weiter, um alle Details zu erfahren.
Schritt 2: Wissen, was kompostiert werden kann
Ein gesunder Komposthaufen benötigt ein ausgewogenes Verhältnis zweier Materialarten sowie Wasser und Luft.
Grünpflanzen (stickstoffreich)
- Obst- und Gemüsereste
- Kaffeesatz und Papierfilter
- Frisch gemähtes Gras
- Pferde-, Kuh- und Hühnermist
- Seetang (sofern Sie sich in Küstennähe befinden und das Sammeln erlaubt ist)
Braune (kohlenstoffreiche)
- Trockene Blätter, abgestorbene Pflanzenreste und trockenes Gras
- Papierschnitzel und Karton
- Holzspäne und Kiefernnadeln
- Stroh
Wasser und Luft – unverzichtbar. Sie sind die Grundlage für alles andere.

Was du nicht kompostieren solltest
- Fleischreste
- Knochen
- Fett oder Speiseöle
- Ganze Eier oder Milchprodukte
- Tierdung oder Katzenstreu
- Krankes Pflanzenmaterial
- Metall, Glas oder Kunststoff jeglicher Art
Achtung: Dies birgt zudem das Risiko, dass Nagetiere angelockt werden, unangenehme Gerüche entstehen oder Krankheitserreger in das Material gelangen, das schließlich in deinen Boden gelangt.
Schritt 3: Baue und pflege deinen Komposthaufen
- Der Start: Beginne mit einem Holzkasten, einem speziellen Kompostbehälter oder einfach einer dafür vorgesehenen Stelle im Boden.
- Schichten statt Haufen: Schichte Grün- und Brauntöne abwechselnd – denke an eine Lasagne, nicht an einen einzigen wild aufgeschichteten Haufen.
- Das richtige Verhältnis: Strebe ein Verhältnis von etwa 1:3 zwischen grünen und braunen Abfällen an. Je mehr braune Abfälle du nutzt, desto langsamer und trockener verrottet der Haufen – passe die Menge also entsprechend dem an, was du hinzufügst.
- Feuchtigkeit: Gib Wasser hinzu, damit der Haufen feucht bleibt; er sollte sich wie ein ausgewrungener Schwamm anfühlen.
- Belüftung: Wende die Masse alle ein bis zwei Wochen, um Luft einzubringen und den aeroben Prozess in Gang zu halten.
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Gut zu wissen: Ein gut gepflegter Komposthaufen entwickelt erhebliche Hitze. Die Innentemperaturen können 55–70 °C erreichen, was ausreicht, um Krankheitserreger, Fliegenlarven und Unkrautsamen abzutöten. Damit erfüllt der Komposthaufen genau seinen Zweck. Ein gut gepflegter Haufen ist in drei bis fielen Monaten einsatzbereit.
Schritt 4: Erkenne, wann er fertig ist, und lerne, wie man ihn verwendet
Anzeichen dafür, dass dein Kompost fertig ist:
- Der Haufen erzeugt keine Wärme mehr.
- Es sind keine sichtbaren Speisereste mehr vorhanden.
- Es riecht wie Waldboden nach dem Regen.
- Er hat eine dunkelbraune, durchgehend krümelige Konsistenz.
Tipp: Sobald diese Kriterien erfüllt sind, lass das Produkt vor der Verwendung weitere vier Wochen lang stehen, damit es sich vollständig stabilisieren kann.
Anwendung:
- Arbeite ihn vor dem Pflanzen in die Beete ein.
- Nutze ihn für Topfpflanzen und Kübelpflanzen.
- Mische ihn beim Pflanzen von Bäumen oder beim Anbau von Gemüse unter.
- Verwende ihn als Mulch um bereits angepflanzte Pflanzen.
- Wenn sich dein Boden mit der Zeit verbessert, wirst du feststellen, dass er weniger Wasser und weniger Dünger benötigt. Auch die Ernte, die daraus hervorgeht, wird dadurch besser.
Schnelle Fehlerbehebung
- Riecht es unangenehm? Füge braune Zutaten hinzu, vermische alles gründlich und achte darauf, dass die Speisereste vollständig bedeckt sind.
- Trocken und ohne zu zerfallen? Füge Gemüseabfälle und Wasser hinzu.
- Möchtest du die Dinge beschleunigen? Schneide grünes und braunes Material vor dem Hinzufügen in kleinere Stücke; eine größere Oberfläche beschleunigt die Zersetzung.
Möchtest du mehr erfahren?
Drei Bücher, die du dir zulegen solltest:
- Würmer fressen meinen Müll — Mary Appelhof
- Das Rodale-Buch über Kompostierung — Grace Gershung & Deborah L. Martin
- Das geheime Leben des Komposts — Malcolm Beck
Geschrieben von Emilia Aguirre
Emilia Aguirre ist unsere Spezialistin für Awareness & Advocacy. Das bedeutet, dass sie ihre Tage damit verbringt, die unbequemen Fragen darüber zu stellen, wie unsere Lebensmittel angebaut, bepreist, etikettiert und verkauft werden. Sie ist die Gastgeberin von What The Field?!, einem Podcast voller Geschichten direkt vom Acker, fundierter Forschung und Gesprächen mit denjenigen, die die Zukunft der Ernährung gestalten (ob sie wollen oder nicht).




